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Eine Frage, zwei Meinungen: Kann man mit seinem Kollegen zusammen wohnen? – Einblicke in die Groupon-WG

Sascha und Wiebke arbeiten nicht nur beide im Social Media Team bei Groupon, sondern sind auch Mitbewohner. Ob das gut gehen kann und wie die letzten Monate als WG für sie waren, berichten sie getrennt voneinander hier.

 

WIEBKE MEINT:

Ich bin am Verzweifeln. Seit gefühlten Jahrtausenden suche ich nun nach einem WG-Zimmer in Berlin und nichts Ordentliches ist in Sicht. Fünf Quadratmeter für 400 Euro in Spandau gäbe es… aber da klingt selbst Dauer-Couchsurfen verlockender. Die Verzweiflung sieht man mir anscheinend an: „Mein Mitbewohner läuft drei Monate lang von Laufen nach Griechenland. Sein Zimmer wäre also frei – willst du einziehen?“ fragt mein Kollege Sascha, den ich jetzt gerade einmal zwei Wochen kenne. Es wäre praktisch, sicherlich, doch will ich das: mit meinem Kollegen zusammen wohnen? Er wüsste dann, wie mein Schlafanzug aussieht, ob und wie lang ich feiern gehe, wie oft in der Woche ich dusche und ob ich ordentlich lebe oder eher nicht. Und bald wüsste das dann sicherlich auch mein Chef – denn Kommunikationsleute sind nun mal kommunikativ.

Ich kaufe mir also einen neuen Schlafanzug und ziehe ein.

Meine neue Heimat für die nächsten zweieinhalb Monate ist ein großes Zimmer, in dem nur eine Matratze, ein Billy-Regal und eine Nachttischlampe ohne Nachttisch zu finden sind; die Poetry Slammerin Svenja, die die meiste Zeit das Land mit wunderschönen Sätzen verzaubert; und eben mein Kollege Sascha. Schon der erste Morgen zeigt, dass es eine gute Entscheidung war hier einzuziehen: Sascha verschläft und ich spiele Wecker und klingel, so laut ich kann. Die Harmonie ist gesichert.

Der Arbeitstag beginnt fortan… auch erst am Arbeitsplatz. Um sinnvolle Gespräche am frühen Morgen führen zu können, brauch ich halt einfach erst mal Kaffee. Und den gibt es erst im Büro. In der U-Bahn hört also Sascha Musik, während ich schlaftrunken versuche, die Wörter in meinem Buch zu identifizieren. Meistens fährt Sascha aber eh mit einer früheren U-Bahn los als ich, denn – da bin ich ganz Klischee – frühmorgens brauche ich lange, um vom verpennten Etwas zum Mensch zu werden und mir ein Gesicht aufzumalen.

„Ihr hättet jede Woche einen Blogartikel über Einblicke in die Groupon WG schreiben sollen“, meint unser Chef Marcus, als wir den Artikel diskutieren. Doch was hätten wir in diesem wöchentlichen Bericht schon schreiben sollen? Mit seinem Kollegen zusammen zu wohnen, ist letztendlich wie jede andere WG auch: man macht zusammen Burger, schaut auf einer klapprigen Couch sitzend belustigende Fernsehshows, genießt den Komfort des Balkons (der glücklicherweise direkt an mein Zimmer grenzt) und muss auch nicht aufeinander hocken, sondern kann, wenn man will. WG Leben eben. Sicherlich, Svenja ist auch mal genervt, wenn das Wort Groupon zum x-ten Mal fällt, aber gegenseitig genervt haben wir uns trotzdem nicht. Ein Fußballfeld-großer Humor hilft. Und auch, dass wir nach sechstausend Wochen dann doch endlich einen Internetanschluss bekommen haben und uns somit wunderbar selbst beschäftigen konnten. Bis dahin war natürlich Sascha dran Schuld, dass die technologische Revolution namens Internet es nicht bis in unsere Wohnung geschafft hatte. Für ihn war dabei mehr von Nachteil, dass er der einzige Kerl in unserer Bude war und nicht, dass ich ihn diesbezüglich auch auf Arbeit aufgezogen habe. Selbst gewähltes Elend und so…

Bis heute habe ich keinen einzigen Kommentar zu meinem Schlafanzug bekommen, noch weiß mein Chef auch nicht, ob ich ein ordentlicher Typ bin und wie mein Badezimmer-Verhalten so aussieht –  Warum also habe ich mir am Anfang so viele Sorgen gemacht? Mit seinem Kollegen zusammen zu wohnen, kann wunderbar klappen, wenn der Kollege mehr lustige Sprüche auf Lager hat, als Phobien und Krümmelkackereien. Eine gemeinsame WG ist dann kein 24 Stunden Networking-Dauer-Small-Talk-Gespräch, sondern eben einfach eine WG. Mit Rückzugsmöglichkeit, ungefegtem Boden und angenehmen Menschen in den anderen Zimmern.

Ob Sascha darüber genauso denkt wie ich? Denn wenn nächste Woche mein Praktikum endet, wird nicht nur der Bürostuhl neben ihm leer sein, sondern auch das Zimmer in der WG. Eine Kollegin geht und in die Wohnung kehrt deshalb Stille ein. Ob Sascha die Stille wohl mögen wird?

 

SASCHA MEINT:

„Ach, in der Straße wohne ich auch! In der 15, nicht in der 17. Aber ich muss zur Mitte des Monats ausziehen, das ist nur zur Zwischenmiete.“
„Ich werde ab Mitte des Monats mit meinem Bruder über die Alpen unterwegs sein, wir bräuchten also einen Zwischenmieter“
Zwei Zitate. Das Erste von Wiebke und das Zweite von meinem WG-Mitbewohner Valentin. Sofort war natürlich die Idee geboren, dass Wiebke bei mir in die WG einzieht und wir so zwei Probleme mit einer Klappe schlagen.

Gesagt, getan. Mitte des Monats war es dann soweit: Wiebke zieht ein und wir machen eine Groupon WG auf! Am ersten Abend sprachen wir uns schon ab, wie wir es am besten regeln, um pünktlich, geduscht und weitestgehend ausgeschlafen auf der Arbeit zu erscheinen. Ein akribischer Zeitplan wurde aufgestellt, in dem jeder Moment des Morgens geplant wurde.
Wir gingen also in unsere Zimmer und gut vorbereitet in unsere Betten.

*KNOCK* *KNOCK* „Sascha?… Sascha? Hast du verschlafen?“ „Uff… jaaaaaaaaaaaaaa, verdammt!“
Der erste Morgen begann alles andere als geplant und ruhig, wie wir uns das eigentlich vorgestellt hatten.

Ziemlich planlos ging auch unser weiteres WG-Leben weiter.
Wir machten zwar aus, daheim so wenig wie möglich über die Arbeit zu sprechen, jeder benötigt schließlich seine Auszeit. Hat jedoch nicht immer funktioniert & wir ertappten uns dabei, wie wir Dinge des Tages diskutierten und philosophierten.

Über die Arbeit zu reden oder gar Kommentare von daheim abzusenden, wurde uns dann noch zusätzlich schwer gemacht, als wir für einen Monat kein Internet hatten (Hier nochmal danke an die Deutsche Telekom AG). Dies führte aber dazu, dass einfache Gespräche nicht über ICQ, Skype oder Facebook-Chat geführt wurden, sondern dass man im Zimmer des Anderen saß und wirklich redete. Meistens aber in meinem & zum Glück fiel ja auch die Frauen-Fußball-WM in diese Zeit.
Tagsüber wurde also hart gearbeitet & abends die deutsche Nationalelf angefeuert.

Die Prophezeiung, dass man sich nach einer bestimmten Zeit nicht mehr sehen kann, trat dabei zum Glück nicht ein. Immer hatten wir etwas zu reden und zu lachen, gingen uns nie auf die Nerven (mir Wiebke nicht, andersrum bin ich mir da manchmal nicht so sicher :-) ) und hatten eine gute Zeit. Immer wieder ging dabei nämlich meine Tür auf, „Hey, magst du noch was essen? Ich habe noch was über?“ oder „Hier, ich hab ein Apfeltörtchen über“. Wegen diesen Gründen gingen diese zweieinhalb Monate auch eigentlich viel zu schnell vorbei.

So steht schon nächste Woche der Auszug von Wiebke an. Das Praktikum ist vorbei, ihr Studium geht weiter und sie zieht zurück nach Leipzig.
Dann geht alles seinen gewohnt langweiligen Gang, ich darf auf Valentin warten, der sich bei seiner Alpenüberquerung ein wenig verlaufen hat und derzeit in Bosnien ist.

Danke für das Leben in der Wohnung UND natürlich für diesen leckeren selbstgemachten Hamburger. Der war super! :-)

 

Kommentare

  • Von Nina Sch.
    am 24. August 2011
    um 12:37

    Das habt ihr wirklich schön zusammengefasst. Ich kann da nur zustimmen (und meistere mein Leben allein unter 5 Jungs…). Ein bisschen Wehmut mehr wird der Auszug zum Praktikumsende daher sicher bringen (und sei es nur die Trauer, dass es keine leckeren Burger mehr gibt;)

  • Von Stephan
    am 24. August 2011
    um 12:41

    eine schöne geschichte aus dem leben….
    warum stellt ihr wiebke eigentlich nicht ein (vorausgesetzt sie wollte)?? so wie sie das ganze chaos mit dem e-pad deal gemeistert hat, immer sachlich korrekt trotz emotionalen entgleisungen vieler kunden, hat sie sich doch echt bewährt! da ich auch betroffen war, kann ich fast sagen, dass ich sie vermissen werde;-)
    also, vielen dank + alles gute!!!!!!!

    • Von Wiebke
      am 24. August 2011
      um 12:57

      Hallo Stephan,
      das ist wohl das schönste Lob, was ich in meiner ganzen Zeit hier jemals von einem Groupon-Kunden bekommen habe. Also vielen vielen lieben Dank dafür.
      Leider will mich mein Studium zurück, so dass ich schweren Herzens Groupon erst einmal verlassen muss. Aber das ist bestimmt kein Abschied für immer – denn bei so einem wunderbaren Team wäre ich schön blöd, wenn ich mich nach Ende meines Studiums hier nicht noch mal bewerben würde. Also bis bald ;-)
      Liebe Grüße
      Wiebke

  • Von Marcel
    am 24. August 2011
    um 17:05

    Wenn die Telekom auch mal zur zwischenmenschlichen Kommunikation beiträgt , hat Sie doch alles richtig gemacht ist schließlich nicht immer nur alles Tele was Kommunikation ausmacht :P

    Gruß Marcel

    PS: Bei uns zu Hause höre ich nur noch von Groupon meine Frau arbeitet bei euch als ADlerin :)

    PSS: Dann heißen wir dich bald “Willkommen zurück im wunderschönen Leipzig”, meiner Wahlheimat :) )

  • Von Katrin
    am 27. August 2011
    um 12:55

    Hallo Wiebke!!! Auch mir wirst du fehlen, du hast so viel leben in den Facebook- Alltag gebracht und es hat immer wieder Spaß bereitet durchzulesen wie nett du wütenden Kunden den WInd aus den Segeln nimmst..sehr professionell!!
    Bitte komm wieder,du bist eine Bereicherung für uns/Groupon!!

  • Von Textaroma
    am 28. August 2011
    um 16:53

    Sehr schön, lesens- und liebenswert geschrieben ;-)

  • Von HvKöpenick
    am 31. Oktober 2011
    um 14:08

    Echt zum Schmunzeln, wie hier einige Menschen (“Mitarbeiter”) ihr Leben zur Schau stellen. Und das läuft dann unter dem Motto “Modern”, “Angesagt”, “In”?
    Bitte zieht euch beim nächsten Mal für den Firmenblog aus und zeigt uns, was ihr in der Mittagspause oder Zuhause unter der Dusche macht.^^
    Macht ihr das eigentlich aus eigenen Ideen oder auf Anordnung der Firmenleitung heraus? Wenn ich so ne Anweisung bekommen hätte, hätte ich ein schönes Gegenangebot gemacht, ich mache es gerne, wenn mein Abteilungs-/Firmenleiter im Gegenzug dafür sein Sexleben im Blog veröffentlicht.^^
    Schönes Leben noch, ich komme ab und zu mal vorbei und amüsiere mich über Eure Offenbarungen.

    • Von Sascha
      am 31. Oktober 2011
      um 15:17

      Ich glaub du bist weniger an mir interessiert, oder? ; )

  • Von Patrick
    am 2. November 2011
    um 17:45

    Hey, sehr coole geschichte und die seite ist generell cool gemacht hier :P
    aber ich hab eig noch ne andere frage.. habe euch schon 2 emails an die kontakt e-mail bei fragen usw geschickt, aber immer noch keine antwort erhalten.. geht um einen widerruf und würde mich freuen wenn ihr mir bald antworten würdet…

    LG :D

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