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Wiebke sagt Adieu. Oder so.

„Wo krieg ich nur das Geld für den Ghostwriter her?“ fragt Sascha bedrückt. „Du kannst doch nicht einfach gehen. Dann wird es hier auf einmal so still!“
Verrückt, es gibt tatsächlich anscheinend noch Menschen, die Stille nicht abkönnen und das im Wellness-Zeitalter. Na gut, verwunderlich ist es nicht, besteht unser Job doch darin, eben nicht still zu sein, sondern zu kommunizieren. Worte sind unser tägliches Brot, das wir genüsslich verspeisen. Stille kann somit schon unsexy klingen. Das Schlimme dabei ist aber: ab nächster Woche hört man nicht nur in der einstigen Groupon WG die Fruchtfliegen knutschen, sondern auch meine neue Heimat wird die angestrengte Stille der Universitätsbibliothek sein. Statt posten, liken, tweeten, bloggen, sharen, publishen und noch mehr Denglisch, gibt’s nur noch lesen, lesen, schreiben, lesen, schreiben und Wissenschaftlerdeutsch. Viereinhalb Monate sind im Abreißkalender rausgerissen und mein Praktikum zu Ende. Die Masterarbeit schreit laut nach mir. Mein Studium hat mich zurück.

Marcus: „Kann ja wohl nicht wahr sein, warum ist es denn schon wieder 4 Uhr?“
Sascha: „Das liegt an der Zeit.“

Jaja, die Zeit. Aus der Zeit im Social Media Team nehme ich viele Schrullen mit nach Hause: eine Abneigung gegen das Lied „Somewhere over the rainbow“, das im Büro auf Dauerschleife lief; die zwanghafte Handlung, täglich mehrmals Groupon Deals und die Fanpages zu checken; einen F5-Tick (nach dem Start einer Aktion wird die Taste gedrückt bis der Finger weh tut und alle Likes der ersten 60 Sekunden gezählt); die Liebe zu CAPSLOCK (vor allem für die Worte ACHTUNG & AUFGEPASST!) und hunderte Neuschöpfungen für das Wort super, um Andy aus dem Customer Care damit den Tag zu versüßen. Hach ja, Abschied führt zu Sentimentalität.

Sylvi: „Du gehst? Oh schade. Hui, es gibt Abschieds-Donuts. Du solltest auf jeden Fall öfter gehen!“

Am Ende ihres Lebens verfassen berühmte Menschen ihre Memoiren. Am Ende ihres Praktikums verfassen Social Media-Schnuffis einen Blogbeitrag. So ist das eben. Unser roter Teppich sind Facebook, Twitter und Co.  Statt Blitzlichtgewitter, faulen Eiern und Intouch-Geschichten gibt es hier Gefällt mir-Knöpfe, kritische Blogkommentare und Gerüchte-Tweets. Doch das Prinzip ist auch hier das Gleiche: Wer einmal den roten Teppich betreten hat, will ihn nicht mehr verlassen. Und so bleibe auch ich mit einem Bein auf dem Teppich. Nach meinem Abschied vom Praktikum muss niemand weinen: denn ich bleibe Groupon als Werkstudent erhalten. Juchhee. Irgendwer muss ja das Geld für den Ghostwriter verdienen…

Kommentare

  • Von Dirk
    am 15. September 2011
    um 07:36

    Hallo Wiebke,
    ich habe versucht euch an info@groupon.de eine mail zu schicken, aber sie kommt wieder zurück.
    Ich habe am 30.08. CineStar-Gutscheine gekauft, die ab 02.09. gültig sind. Bekommen habe ich sie aber bis heute nicht.

    Gruss Dirk

    • Von Wiebke
      am 15. September 2011
      um 11:03

      Hallo Dirk,
      versuch doch mal die Mail an socialmedia@groupon.de zu schicken. Dann schauen wir nach, warum deine Gutscheine noch nicht angekommen sind.
      Liebe Grüße
      Wiebke

      • Von Dirk
        am 16. September 2011
        um 07:57

        Hallo Wiebke,

        ich versuch es gleich mal.

        Liebe Grüße
        Dirk

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